Perimenopause und Menopause – ein Überblick

 

Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Sie sind eine natürliche Lebensphase, in der sich der weibliche Körper hormonell verändert. Trotzdem können die damit verbundenen Veränderungen für viele Frauen eine große Herausforderung sein. Vielen ist auch nicht bewusst, dass Symptome bereits ab 35 auftreten können. 

 

Was früher als „Stress“, „Burnout“, „Schlafproblem“ oder einfach als „Älterwerden“ abgetan wurde, kann tatsächlich mit der Perimenopause zusammenhängen. 

Und: nicht jede Frau erlebt die Wechseljahre gleich, was viel mit Genetik, Nährstoffversorgung, Situation im Immunsystem und persönlicher Situation (Belastung) zu tun hat. 

Manche Frau haben kaum Beschwerden. Andere erleben bereits Jahre vor der letzten Periode deutliche Veränderungen – körperlich, emotional und psychisch.

Was ist die Perimenopause?

Die Perimenopause bezeichnet die Übergangsphase rund um die Menopause. 

Sie kann bereits mehrere Jahre vor der letzten Menstruation beginnen. In dieser Zeit verändert sich die Funktion der Eierstöcke zunehmend. Die Hormonproduktion wird unregelmäßiger und insbesondere die Östrogen – und Progesteronspiegel können deutlich schwanken.

 

Genau diese Schwankungen können dazu führen, dass sich Beschwerden von Monat zu Monat oder sogar innerhalb eines Zyklus verändern.

 

Die Periode kann plötzlich anders werden:

  • Kürzer oder länger
  • Stärker oder schwächer
  • Regelmäßiger oder unregelmäßiger
  • Manchmal bleibt sie auch über mehrere Wochen oder Monate aus

Gleichzeitig können Beschwerden auftreten, die auf den ersten Blick gar nicht mit den Hormonen und Wechseljahren in Verbindung gebracht werden.

 

Die möglichen Symptome sind vielfältig. Dazu gehören beispielsweise:

 

Körperlich

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Brustspannen
  • Wassereinlagerungen
  • Veränderungen von Haut und Haaren
  • Veränderungen des Gewichts
  • Stärkere und unregelmäßige Blutungen
  • Histaminintoleranz
  • Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)

 

Mental und emotional

  • Stimmungsschwankungen 
  • Innere Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Ängstlichkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Vergesslichkeit
  • Wortfindungsstörungen – häufig bezeichnet als  „Brain Fog“
  • Gefühl von Überforderung
  • Neu auftretende Panik- und Angststörungen

Schlaf und Regeneration

  • Einschlafprobleme
  • Häufiges Aufwachen
  • Nächtliches Schwitzen und nächtlicher Harndrang
  • Frühes Erwachen
  • Nicht erholsamer Schlaf

 

Dabei gilt: Nicht jedes dieser Symptome muss auch hormonell bedingt sein. Auch andere Erkrankungen, Medikamente, Stress, Schlafmangel oder Lebensumstände können ähnliche Symptome verursachen. Eine medizinische Abklärung ist deshalb insbesondere bei neuen, starken oder anhaltenden Beschwerden wichtig.

Was ist die Menopause / Postmenopause?

Die Menopause ist nicht die gesamte Zeit der Wechseljahre. Medizinisch bedeutet die Menopause die letzte spontane Menstruation. Sie kann erst im Nachhinein festgestellt werden, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist und keine andere Ursache dafür vorliegt. 

 

Das durchschnittliche Alter liegt ungefähr um das 50. Lebensjahr. Der Zeitpunkt ist jedoch sehr individuell. 

 

Die Jahre nach der letzten Menstruation werden als Postmenopause bezeichnet. 

 

Damit lassen sich die Begriffe vereinfacht so unterscheiden:

 

Perimenopause

Die Übergangsphase vor und rund um die letzte Menstruation  - Hormone und Zyklus können stark schwanken. Dieser Zeitraum kann bereits mit 35 beginnen und mehrere Jahre anhalten. 

 

Menopause

Die letzte spontane Menstruation

 

Postmenopause

Die Lebensphase nach der Menopause.

 

Und was passiert nach der Menopause?

Mit zunehmender Zeit nach der Menopause verändert sich die hormonelle Situation. Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlafprobleme können aber weiterhin bestehen.

 

Durch den längerfristig niedrigen Östrogenspiegel können außerdem Beschwerden im Bereich der Schleimhäute auftreten, beispielweise:

  • Vaginale Trockenheit
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Beschwerden beim Wasserlassen
  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • Zunehmende Blasenbeschwerden
  • Trockene Haut und Schleimhäute

Auch die langfristige Gesundheit verdient in dieser Lebensphase Aufmerksamkeit – beispielswiese im Hinblick auf Knochen, Herz-Kreislauf-Gesundheit, Muskelmasse und Stoffwechsel.

 

Die Wechseljahre sind deshalb nicht nur Hitzewallungen. Sie sind eine Lebensphase, in der es sinnvoll sein kann, die eigene Gesundheit ganzheitlich zu betrachten.

Die Wechseljahre verstehen – den eigenen Körper kennenlernen

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